von Stefan Zwahr / 18.01.2018, 11:26 Uhr

Wolfslake (OGA) Mit Lauf- und Krafteinheiten bereitet sich Mathias Bartz derzeit auf die in den kommenden Monaten anstehenden Rennen vor. Für den Speedway-Fahrer ist es eine ganz besonderes Jahr: "Es ist meine 25. Saison im Bahnsport - und es kann passieren, dass es auch meine letzte ist."
Dies könne er zwar noch nicht genau sagen, "aber ich spiele mit dem Gedanken". Mit bald 33 Jahren sei es an der Zeit, Prioritäten zu setzen. Schon in diesem Jahr werde es so sein, "dass ich nicht unbedingt jedes Rennen auf Biegen und Brechen mitnehme". Bartz betont, privat eingebunden zu sein und ein Haus bauen zu wollen. "Ich mache den Sport nicht hauptberuflich und muss alles unter einen Hut bekommen." Bevor er sich konkrete Gedanken um die Zukunft machen will, gehe es aber darum, auch bei den Rennen in den kommenden Monaten so gut wie möglich abzuschneiden. "Ich will meine Leistung bringen, Spaß haben und es genießen."

Im Vergleich zur vergangenen Saison wird sich für den langjährigen Piloten des Speedwayteams Wolfslake nichts ändern. Bartz wird in der 1. Bundesliga für den Vorjahresvierten MC Nordstern Stralsund und in der 2. Liga als Kapitän für den MSCDiedenbergen (Sechster der Saison 2017) am Startband stehen. "Ich freue mich auf jedes Rennen aufs neue und bin sehr positiv gestimmt. Alle Fahrer haben sich weiterentwickelt. Darum, glaube ich, dass wir mehr erreichen können als zuletzt."

Eine ganz neue Herausforderung wartet auf den gelernten Hotelfachmann in diesem Jahr in Ludwigslust. Dort soll Bartz junge Fahrer in den Klassen U21 und Junioren C an das Bundesliga-Geschehen heranführen. "Seit zwei Jahren gibt es die Speedway-Liga Nord. Die Serie wurde ins Leben gerufen, da es für Junioren nur wenige Rennen gibt." Diese sollen im Wettbewerb von den Erfahrungen eines "Senior-Fahrers" profitieren. Diese Rolle übernimmt in Ludwigslust der Mann aus Oberhavel. "Von mir altem Sack können sie sicherlich was lernen. Mir hat es damals gefehlt, von Erfahreneren was zu lernen. Ich will Tipps und Erfahrungen weitergeben. Darum stehe ich der Sache sehr offen gegenüber und unterstütze sie gern."

Das ganz große Ziel ist für den nun in Berlin lebenden Kremmener allerdings die Qualifikation für die deutsche Einzelmeisterschaft. "Die Endrunde wird diesmal in Güstrow ausgetragen. Das ist eine meiner beiden Lieblingsbahnen. Da war ich immer sehr gut unterwegs." Das Ticket für die nationale Meisterschaft muss Bartz über die Bundesliga lösen. "Das ist das Ziel. In Güstrow ist etwas möglich, da es eine Bahn ist, auf der Jeder jeden schlagen kann. Der Rest ist dann Tagesform."

Diese stimmte bei der "Deutschen" im vergangenen Jahr nicht. "Ich blieb unter allen Erwartungen und war mega enttäuscht", erinnert sich Bartz nur ungern an die Rennen in Olching, wo er am Ende nur den 13. Platz belegte. "An dem Tag war der Wurm drin. In diesem Jahr will ich unter die ersten Acht fahren. Das wäre noch mal was." Zu den Höhepunkten im vergangenen Jahr zählte die Ersatzfahrerrolle beim Lauf zur Europameisterschaft in Güstrow. "Leider kam ich nicht zum Einsatz. Das ist schade, aber ich hatte damit gerechnet. Als Reservefahrer zwei ist es halt schwer. Egal, ich war dabei." Einen Start bei einem der offenen Rennen in Wolfslake schließt Mathias Bartz nicht aus. "Ich hoffe, dass mich die Leute da mal sehen. Ich habe auf dem ,Eichenring' meine Laufbahn begonnen. Es wäre schön, dort in meiner Jubiläumssaison am Startband zu stehen."

Um für die anstehende Saison gerüstet zu sein, absolviert der 32-Jährige aktuell eine gezielte Vorbereitung. "Ich mache viel Kondition, gehe mega viel Laufen und mache im Fitnessstudio Ausdauer- und Krafttraining. Ende Februar oder Anfang März geht es aufs Motorrad. Wichtig ist, dass ich körperlich fit bin. Der Rest kommt dann schon von allein."